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Sonntag 22 Oktober 2017

Quelle: WJ-Sprinter: Mitarbeiterzeitung der LNK Wagner-Jauregg Ausgabe: September 2013

Heilstättenschule - eine ganz besondere Schule

Die Heilstättenschule an der LNK - eine von insgesamt vier Standorten in Linz - bietet eine besondere Form der Beschulung und ist aus der Abteilung Kinder- und Jugendpsychiatrie nicht wegzudenken. Sie vermittelt SchülerInnen zwischen 10 und 15 Jahren aus ganz OÖ während ihres Aufenthaltes ein Gefühl von Alltag, gibt ihnen Struktur und Halt.

Die Gründe für den Verbleib im Krankenhaus sind unterschiedlich. Sie reichen von Schulverweigerung über Schulangst, Verhaltensstörungen, Mobbing, Aggression, Wahrnehmungsstörungen bis hin zu schweren traumatischen Erlebnissen.

„Es gibt drei Klassen, an denen die Kinder in Absprache mit der Stammschule individuell und differenziert - je nach Belastbarkeit und Krankheitsbild - unterrichtet werden“, erklärt Koordinatorin Monika Giegler. Ganz wichtig ist allerdings die Beziehungsarbeit. „Jeder darf so sein, wie er ist. Wir wollen, dass die SchülerInnen bei uns wieder Freude am Lernen bekommen und gerne in die Schule gehen“, sagen die engagierten PädagogInnen.

„Im Durchschnitt bleiben die Kinder ca. drei bis zwölf Wochen bei uns. Der strukturierte Tagesablauf gliedert sich in Unterricht, Therapie und Freizeitgestaltung. Ziel ist es, die Jugendlichen so zu stabilisieren, dass sie wieder Mut, Zuversicht und Kompetenzen im sozialen, emotionalen und kognitiven Bereich für die Zeit nach der Entlassung bekommen“, erklärt Monika Giegler.

Die Heilstättenschule bietet einige Besonderheiten an, um auf die speziellen Bedürfnisse der anvertrauten SchülerInnen auch wirklich eingehen zu können. So haben die Kinder jederzeit Gelegenheit, den langen Gang im Schulbereich für Bewegung zu nutzen.

Für Abwechslung sorgt das Arbeiten an Stehtischen. Es erleichtert das Lernen während der Unterrichtszeit.

Die spezielle themenorientierte Bibliothek im Schulbereich bietet den Jugendlichen individuellen Lesestoff für jedes Lesealter und jede Lesekompetenz.

Unter dem Namen Lego Robotics können die SchülerInnen im Rahmen des IICC Projekts (ill and isolated children connected) Technik relativ realitätsnah erfahren.

Besonderen Anklang findet die Arbeit mit Tieren. Die geprüften Therapiehunde Zara und Camilla unterstützen die SchülerInnen an zwei Tagen in der Woche.

Sehr wichtig sind für das LehrerInnen-Team die intensive Kooperation und der Austausch mit anderen Berufsgruppen, denn die Lehrer sehen im Unterricht viel, was für ein diagnostisches Gespräch oft hilfreich ist.

Die Betreuung durch die Heilstättenschule endet in der Regel mit der Schulpflicht, was die Lehrerin sehr bedauert. Denn die Zahl der älteren PatientInnen an der Jugendpsychiatrie nimmt zu, weshalb eine Ausweitung dieses Angebotes auch für Oberstufenschüler dringend notwendig wäre. Erste Schritte in diese Richtung wurden bereits gesetzt. „Ich hoffe, dass auch das Unterrichtsministerium die Notwendigkeit sehr bald erkennt,“ zeigt sich Monika Giegler zuversichtlich.

Mag. Ulrike Jachs

 

OBERÖSTERREICHISCHE NACHRICHTEN vom 12.09.2012

OÖN Textarchiv 12.09.2012

Schulangst: So helfen Lehrer und Eltern betroffenen Kindern

Die Suche nach den Ursachen hilft bei der Bewältigung

Von Dietlind Hebestreit

Ein Schreckgespenst für viele Eltern: Ihr Kind verweigert die Schule. Dieses Phänomen pauschal als „Schule schwänzen“ abzutun, wäre zu einfach. „Es gibt zahlreiche Ursachen, die dafür verantwortlich sein können“, sagt Primar Werner Leixnering von der Landesnervenklinik Wagner-Jauregg.

Schulphobie: Das Kind hat Angst, ohne eine nahestehende Person (zumeist ein Elternteil) in die Schule zu gehen. Es handelt sich um eine Trennungsangst, das Problem wirkt sich jedoch erst in der Schule aus. Das Kind hat sich nicht altersgerecht von den Eltern „abgelöst“. Schulphobien treten manchmal noch nicht in der ersten oder zweiten Volksschulklasse, sondern oft erst später auf.

Schulangst: Sie tritt in der Schulsituation auf. Die Ursache können zum Beispiel der Erziehungsstil des Lehrers, Mobbing durch Klassenkameraden, negative Erfahrungen am Schulweg oder Versagensängste sein.

Prüfungsangst: Sie tritt nur in der Prüfungssituation auf.

Parentifizierung: Die Rollen werden vertauscht – das Kind kümmert sich um das Elternteil. Der Schüler hat zum Beispiel Angst, dass die Mutter sich in seiner Abwesenheit betrinkt und verletzt und geht deshalb nicht in die Schule. Manchmal bleiben Kinder auch dem Unterricht fern, wenn sie sich Sorgen um jüngere Geschwister machen, zum Beispiel, wenn diese von Eltern misshandelt werden.

Gestörtes Sozialverhalten: Manche Kinder schwänzen die Schule, weil sie sich schlecht an Regeln halten können, Anstrengung und Frustration nicht gut ertragen.

Oft sind psychosomatische Beschwerden wie Bauchweh, Kopfschmerzen oder Erbrechen Signale für Schulangst. Darauf aufmerksam werden können nicht nur Eltern, sondern auch Lehrer. Was diese in der betreffenden Situation tun können, erklärt die Leiterin der Heilstätten-Schule an der Landes-Nervenklinik Wagner-Jauregg Linz, Monika Giegler:

Das Thema Angst im Unterricht aufgreifen (ohne auf das betreffende Kind hinzuweisen!)

Einen Spezialisten in die Klasse einladen

Bei Mobbing Gespräche mit den betreffenden Gruppen führen

Elternabende zu betreffendem Thema anbieten, eventuell mit Vortrag von Externen

Engmaschig mit den Eltern des betroffenen Schülers zusammenarbeiten

„Manche Lehrer haben einen sanften, andere einen robusten Stil. Darauf können sensible Kinder negativ reagieren“, sagt Leixnering. Er empfiehlt Lehrern, denen in ihrer Klasse Schulangst begegnet, auch eigene Verhaltensweisen zu hinterfragen: „Es gibt nicht ,den Stil’, sondern man kann mit Kindern unterschiedlich umgehen.“

 

OBERÖSTERREICHISCHE NACHRICHTEN vom 02.02.2012

Link: http://www.nachrichten.at/oberoesterreich/linz/art66,810752

Für „Schwierigste der Schwierigen“: Schule im Wagner-Jauregg-Spital

LINZ. Schulangst, Selbstverletzung, Aggressionen, Mobbing: Die Patienten der Jugendpsychiatrie im Wagner-Jauregg-Krankenhaus haben nicht selten traumatische Erlebnisse zu verarbeiten. In die Schule müssen sie trotzdem – aber sie dürfen in eine ganz besondere.

Zwei Klassen, zwei Gruppenräume, eine Bibliothek: Das ist der Schultrakt in der Jugendpsychiatrie. Im Aufenthaltsbereich steht ein Sofa, im Gang wurde ein Bewegungsparcours aufgebaut. Während in einer Klasse eifrig gelernt wird, dröhnt aus dem Nebenzimmer ein Bohrer: Werkunterricht.

Jeder der Schüler hier hat eine bewegte Vergangenheit – die Diagnosen reichen von Verhaltensstörungen über Schulverweigerung, Trennungs- oder depressive Ängste bis zu Mobbing und Verwahrlosung.

Die Schule soll den jungen Patienten zwischen zehn und 15 Jahren wieder ein Stück Alltag, Struktur, Halt geben. „Zu uns kommen jene Schüler, die aus dem Schulsystem herausfallen“, sagt Lehrerin Monika Giegler. „Die Schwierigsten der Schwierigen.“

Lernen ist an dieser Schule wichtig, jeder erhält ein individuelles Programm, das mit der Stammschule abgesprochen ist. Sogar die Schularbeiten werden von dort geschickt und benotet. Noch wichtiger als Lernen ist den Lehrern hier aber die Beziehungsarbeit: „Wir wollen, dass die Schüler bei uns wieder Freude an der Schule bekommen. Jeder darf so sein, wie er ist“, sagt Giegler.

Drei bis acht Wochen

Im laufenden Schuljahr wurden in den drei Klassen 132 Schüler betreut. Durchschnittlich bleiben sie zwischen drei Wochen (wenn sie stationär aufgenommen wurden) und acht Wochen (in der Tagesklinik). Der Standort im Wagner-Jauregg-Spital ist einer von vier der Linzer Heilstättenschule, die im Zentrum Spattstraße, in der Landesfrauen- und Kinderklinik und dem Spital der Barmherzigen Schwestern weitere elf Klassen hat. „Die Arbeit in der Schule ist ein Teil des Genesungsprozesses“, sagt Direktor Robert Katzmair.

„Mut für das normale Leben“

Das bestätigt Werner Leixnering, Leiter der Jugendpsychiatrie-Abteilung: „Die Lehrer sehen im Unterricht sehr viel, was der Arzt im diagnostischen Gespräch oft nicht erkennen kann. Sie sind ein wichtiger Teil unserer Abteilung.“ Landesschulratspräsident Fritz Enzenhofer weist darauf hin, dass die Schule im Grenzbereich zwischen Schule und Medizin agiere: „Eine besondere Form der Beschulung.“

Genau diese Kooperation vieler Experten für das Wohl der Kinder reizt Lehrerin Monika Giegler: „Unser Ziel ist es, die Kinder so zu stabilisieren, dass sie wieder Mut bekommen für das normale Leben.“

Längere Betreuung der Schüler gefordert

Die Heilstättenschule in den Linzer Kliniken dürfen Schüler nur bis zur Vollendung der Schulpflicht besuchen – dann ist Schluss. Für den Primar der Jugendpsychiatrie-Abteilung im Wagner-Jauregg-Krankenhaus, Werner Leixnering, ist das unverständlich: „Es wäre wünschenswert, wenn die Betreuung auch auf Oberstufenschüler ausgeweitet würde.“ Der Anteil von älteren Patienten in der Jugendpsychiatrie steige – derzeit sind es fünf. Landesschulratspräsident Fritz Enzenhofer will sich für die Ausweitung einsetzen: „Wir haben schon mit dem Unterrichtsministerium Kontakt aufgenommen.“

Für „Schwierigste der Schwierigen“: Schule im Wagner-Jauregg-SpitalBild: hes